In der ganzen Ostschweiz sind durch den Generationen-Jass vermittelte Jasserinnen und Jasser unterwegs, um Lehrkräfte dabei zu unterstützen, ihre Schülerinnen und Schüler ins Jassen einzuführen. Ein Beispiel ist die Sekundarschule Ebnet in Herisau, wo ausnahmslos alle Jugendlichen das traditionelle Schweizer Kartenspiel erlernen. Lehrer Jann Eberhart erklärt wie und warum.

Jann Eberhart, kurz nach den Sommerferien lernen bei Ihnen in der Schule alle Erstklässler/innen das Schieberjassen. Warum?

Jassen ist ein Schweizer Kulturgut, das immer mehr verloren geht. Nicht nur Schüler mit Migrationshintergrund, sondern auch Schweizer Kinder beherrschen das Spiel immer weniger. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, dass alle Schülerinnen und Schüler am Ende ihrer Schulzeit bei uns jassen können. Dazu führen wir ein bis zwei Jasstage pro Jahr durch und pflegen das Spiel in Klassenlagern.

Sie führen Ihre Schülerinnen und Schüler mithilfe von erfahrenen Jasserinnen und Jassern aus dem Projekt Generationen-Jass ein. Was sind für Sie die Vorteile?

Wir sehen es als Vorteil, wenn jemand anders als eine Lehrperson den Schülerinnen und Schülern das Spiel erklärt. Zudem entsteht ein Austausch, der sonst nicht stattfindet. In anderen Situationen, zum Beispiel am Computer, sind es oft die Jugendlichen, die den älteren Menschen etwas erklären, hier ist es für einmal umgekehrt.

Welche Erfahrungen haben Sie bis jetzt mit den verschiedenen Generationen beim Jassen im Klassenzimmer gemacht?

Sehr positive. Die Schülerinnen und Schüler nehmen die Erklärungen gut auf und sind motiviert. Die Jasserinnen und Jasser sind sehr geduldig. Dank der Unterstützung der Senioren profitieren die Schüler von Kleingruppenunterricht, was sehr wertvoll ist.